Jürgen Berus Autorenhomepage

Die Magie des angstfreien Widerstands (Roman)

 

 

Es ist, wie es ist, so dachte ich in diesem Moment. Vieles, was in der Vergangenheit schief gelaufen war, konnte ich im Nachhinein nicht mehr ändern. Wollte ich es denn? Vielleicht einige kleine Dinge, die mich in irgendwelchen Aktionen bremsten. Aber durch die vielen Erlebnisse und Bekanntschaften, konnte ich wachsen und war nun der, der ich war. Ein Original meiner selbst und keine Kopie, die es zuhauf gab.

Ich konnte es mir nicht vorstellen, jahrelang in einer Firma dahinzuvegetieren, bei einer Arbeit, die ich nicht mochte. Tausende machten dies, jene, die irgendwann mal ihre Individualität aufgegeben hatten. Sie lebten nicht ihr Leben, sondern das ihrer Firma und das dreißig oder gar vierzig Jahre lang und wenn mal etwas Unvorhergesehenes passieren würde, dann wurden sie wie Kleinkinder, die sich erst mal neuorientieren mussten oder verfielen in Trübsal.

Doch mit diesen Gedanken mochte ich mich nicht allzu lange auseinandersetzen. Mein Inneres sehnte sich nach der ultimativen Wahrheit. Schon als Kind glaubte ich nicht an alles und als ich eines Tages den Kommunionsunterricht besuchen musste und im Folgenden die Kommunion ertrug, da wusste ich, dass dies nicht mein Spiel war. Es war eine Institution, die den Ängstlichen etwas erzählten und versprachen, was in Wirklichkeit nichts weiter als ein Märchen war.

Ich weiß auch nicht was es war, aber mein Leben wurde so arrangiert, dass ich immer neue Perspektiven des Lebens erfuhr. Mal waren es spirituelle Erfahrungen, die äußerst seltsam in mein Leben traten und mir eine andere Sichtweise des Lebens offenbarten. Dann kamen Personen in mein Dasein, die den Zufall auf die Probe stellten. Im Nachhinein aber, kamen mir diese Dinge recht skurril vor, so dass ich es nicht weitererzählen durfte.

Hätte es mir irgendjemand geglaubt?

Auch die Leute, die gefärbten Individuen, die ab und an meine Existenz bereicherten oder heimsuchten, waren irgendein Resultat meiner ureigenen Realität. Niemand anders konnte diese Kombination an Ereignissen und Personen in sich vereinen. Das war ich. Ein Geschöpf, das sein inneres auf die Außenwelt projiziert und das in so einem Maße, dass ich es nicht ahnte, wie vakant es zutraf.

Aber damals erkannte ich all dies noch nicht. Zu jener Zeit war ich noch so, wie Millionen von anderen Menschen. Ich lebte tagein und tagaus in dem ähnlichen Muster der Welt und glaubte noch an ein zufälliges Geschehen. Sei es in der Welt oder auch in meiner eigenen kleinen erlebten Realität.

Wenn ich mich zurück erinnere und den Auslöser aus meiner Normalität bestimmen sollte, dann kann es nur jene Urlaubsreise gewesen sein, wo alles begann.

 

Kapitel 1

Urlaubsfreuden

 

Trommelwirbel erzeugte einen leisen Klang, der von der nahe gelegenen Küste zu mir herüberwehte. Ich roch das Meer, zog den Duft der weiten Ferne tief in meine Lungen und war im Moment des Erlebens, in völliger Harmonie mit meiner Umwelt. Ich genoss die frische Seeluft, über mir die funkelnden Lichter, die sich im Schwarz der hereinbrechenden Nacht wie Leuchtkäfer von der Finsternis abhoben.

„Steven, wo bist du?“, schrillte plötzlich eine Stimme aus der Stille der Dunkelheit. „Komm her, schau dir das Spektakel an, die Einheimischen bieten eine Show der Superlative!“ Das Kreischen ihrer Stimme schreckte mich derart aus meinen Träumen, dass sich meine Zigarette aus den Mundwinkeln löste und in den Sand fiel. Ich bückte mich und versuchte meinen Entspannungsglimmel aufzuheben, doch er schien verschwunden. Aufgelöst in den Weiten des Strandes. Also ließ ich es bleiben.

Vorbei war es mit der Ruhe, die ich so liebte, die Erholung in der Einsamkeit, wo das Nachsinnieren zu einem wahrlich einzigartigen Erlebnis wurde. Sollte ich mich fügen und dem Spektakel meine Aufwartung machen oder konnte ich mich davonschleichen, ganz langsam, nur für den heutigen Abend. Ich entschloss mich für das letztere.

Die Geräuschkulisse der herumziehenden Feiernden wurde lauter. Die Trommelschläge erzeugten einen Rhythmus einzigartiger Klänge, die in meinen Ohren eine berauschende Atmosphäre auslösten. Ich schlich in die schützenden Hände der Felsen, wo ich vor dem Pulk sicher sein konnte.

In einer bedrohlichen Entfernung von nur fünfzig Metern stolzierten sie an mir vorbei, mit einer Ausgelassenheit, wie ich sie nur aus dem Fernsehen kannte. Ich durfte nicht atmen, nicht husten, denn sonst würden sie mich entdecken. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, obwohl die Zeit, die sie brauchten, um an mir vorbeizurauschen, gering war. Hier und da hörte ich noch die Rufe meiner besseren Hälfte, die sie eigentlich sein sollte, doch nach und nach verebbten auch diese und ich war wieder in meiner ureigenen Dimension der natürlichen Nähe.

Ich musste mich einfach abkapseln, denn jeden Tag Party machen, war nicht mein Ding, auch wenn wir uns im Urlaub befanden. So verschwand ich dann einfach, war für einige Stunden unsichtbar und kam dann völlig erholt aus meinem Versteck.

Manchmal liebte ich das Alleinsein, völlig eins zu sein mit den Gedanken, die mir das gaben, was ich oft vermisste. Die Entspannung war in diesen Momenten das höchste für mein Innenleben und wenn ich mich zudem noch in freier Natur aufhielt, konnte ich die herrlichen Genüsse der Töne und den Geschmack der Schöpfung in mich aufnehmen.

Bei meiner Frau konnte ich mit solch romantischen Anwandlungen nicht punkten. Julia verstand es nicht, fühlte eher auf eine Art, die mit meiner in Opposition stand. Doch vielleicht brauchte ich einen Gegensatz, um nicht ganz in meiner traumhaften Umgebung zu versinken. Und wie es sonst bei einem Gebilde mit Plus und Minuspol vorherrschte, so verstanden wir uns im normalen Miteinander recht gut. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an.

Sie war ein Aktionstyp mit viel Power im Geist und wollte das Leben in vollen Zügen genießen. Obwohl auch sie die Vierzig bereits überschritten hatte, kam sie mir manchmal wie ein Teenager vor, der in seiner pubertären Phase die wildesten Abenteuer erleben wollte. Das Kurioseste aber war, dass sie mich in ihre Spielchen mit hineinziehen wollte, und das in meinem Alter.

Wie ich sie kannte, wäre erst am frühen Morgen mit ihrem Erscheinen zu rechnen. Den ganzen Vormittag hätte ich dann Ruhe vor ihrer zappeligen und nervösen Art, und diese Rast stand mir auch zu, wie ich dachte.

Um dem Abend noch etwas Interessantes abzugewinnen, schlenderte ich langsam zu der hellerleuchteten Strandpromenade. Ich hatte große Lust auf einen Kaffee und wenn es ging, dann wollte ich mir noch ein Stück Erdbeerkuchen gönnen. Ich hatte ja Urlaub und der Genuss machte den Kohl auch nicht fett.

Das Café, das ich mir aussuchte, lag in einer besonders schönen Bucht, nicht weit vom herrlichen Strand entfernt, wo einige Jugendliche sich die Zeit versüßten. Ich setzte mich in einer ruhigen Ecke vor dem Café, bestellte meine Traumspeise und beobachtete die verschiedenen Charaktere, die sich in meiner unmittelbaren Umgebung aufhielten.

Nachdem ich meinen Kuchen verspeist hatte, bemerkte ich eine Frau, die in etwa in meinem Alter zu sein schien. Interessant war ihr Aussehen, erotisch und doch schlicht, intelligent aber auch alltäglich, und ich musste mich bemühen, nicht in ihre Richtung zu starren.

Sie schien aber auch Interesse an meiner Person zu haben, denn sie lächelte in meine Richtung. Da sich hinter mir nur die Steilwand befand und in meiner unmittelbaren Umgebung niemand saß, konnte diese nette Geste nur mir gelten. Obwohl ich im Moment gar keine Lust auf amouröse Techtelmechtel hatte, lächelte ich zurück, ohne an mögliche Konsequenzen zu denken. Die Ausstrahlung, die in diesem Blickkontakt lag, war phänomenal für mich. Der Reiz des Augenblicks lag in der Luft.

Ich genoss den Abend, die sanfte Kühle, die vom Strand herüberwehte und mir den Schweiß der vergangenen Stunden in meinem Gesicht trocknete. Ich schaute nochmals in die Richtung der unbekannten Frau. Doch die Frau war nicht mehr an ihrem Platz. Ich schaute mich um, wollte wenigstens noch ihren Abgang erhaschen, konnte sie aber nicht entdecken.

Ein wenig dachte ich über meinen Urlaub nach. War er so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte? Na ja, man kann ja nicht alles so perfekt haben. Einfach mal das beste daraus machen. Noch ein paar Tage Teneriffa und dann wieder gen der Heimat, wo alles wieder in geordneten Bahnen verlaufen sollte. So dachte ich in diesem Augenblick. Dass sich aber mein gesamtes Leben mit diesem Urlaub verändern sollte, konnte ich in diesem Augenblick noch nicht wissen.

Plötzlich fühlte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich erschrak so heftig, dass man das Zusammenzucken nicht verschleiern konnte. Ich drehte mich und schaute in die schönsten Augen, die mein Antlitz je angeschaut hatten. Sie war es, sie, die ich vor einem Moment noch gesucht hatte und die mir vor zwanzig Minuten noch völlig unbekannt war.

„Hallo, entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie so sehr erschreckt habe, aber ich konnte nicht anders, als Ihnen meine Aufwartung zu machen. Darf ich mich erst mal vorstellen, mein Name ist Jessica Packer.“ Die Stimme, die dies sagte, hatte einen Klang wie eine Panflöte, so melodisch erschien sie mir. Wir reichten uns die Hände und ich sagte: „Macht nichts, ich bin manchmal recht schreckhaft, besonders, wenn ich in meinen Gedanken herumschwelge. Übrigens heiße ich Steven. Setzen Sie sich doch erst mal.“

„Ich weiß, deswegen habe ich Sie auch angesprochen.“ Erstaunt schaute ich sie an. „Wie, ich verstehe nicht. Sie kennen mich?“ So als ob sie meine positive Reaktion längst ahnte, hatte sie ihr halbvolles Glas Wasser bereits mitgebracht. Sie stellte es mir gegenüber auf den Tisch und setzte sich auf den dazugehörenden Stuhl, schob mit einer Geste ihre langen, schwarzen Haare aus den Augen und antwortete mit einen Lächeln in den Augen.

„In gewisser Weise ja, ich habe Sie vor einigen Monaten im Regionalfernsehen gesehen, wie Sie Ihr neues Buch vorgestellt hatten, und nun treffe ich Sie hier so zufällig, als ob dies von einer höheren Warte arrangiert worden ist.“

Es war nicht der Rede wert, über meine Buchveröffentlichen zu sprechen, denn ich machte einige Dinge einfach nur so zum Zeitvertreib oder weil es mir Spaß machte. Die deutschen Sagen ud Legenden hatten es mir angetan und so reiste ich manchmal zu den Orten dieser „Geschehnisse“ und fand einige Dinge heraus, die dem normalen Menschen vielleicht fremd waren. Es entstanden zwei Bildbände, die dann auch irgendwann mal veröffentlicht wurden. Durch reinen Zufall bin ich dann damals im Fernsehen gelandet. Aber das war nicht die Welt. Meine Bücher wurden ein wenig bekannter und wurden auch gekauft. Trotzdem konnte ich nicht davon leben. Eben nur einer unter Tausenden.

„Wird ja wohl nur ein dummer Zufall gewesen sein. Es haben mich bestimmt viele im Fernsehen gesehen und jeder der mich gesehen hat, hätte mich auch an diesem Ort treffen können“, entgegnete ich ein wenig amüsiert.

„Nur mal so nebenbei, Zufälle gibt es nicht. Aber dieses Thema ist so komplex, da brauche ich Stunden, um Ihnen diesen Gegenstand anschaulich näher zu bringen. Aber ich würde mich gerne mit Ihnen über ein anderes Thema unterhalten, wenn Sie nichts dagegen haben.“ Mit einem abwarteten Lächeln wartete sie auf eine Reaktion von mir.

Ich schnalzte mit der Zunge, musterte sie von oben bis unten und ließ mir ein bisschen Zeit mit der Antwort. Ich nahm meine Tasse, trank einen kräftigen Schluck, und da ich völlig ohne Zeitdruck meinen Abend ausklingen lassen mochte, sagte ich: „Na, warum nicht, ich habe ja eh nichts Besseres zu tun, aber eins musst du mir versprechen, ich mag es nicht, wenn man mich die ganze Zeit mit Sie anspricht, das hört sich so alt an.“ Sie lachte, tat es mir gleich, ließ sich das kühle Nass genüsslich in den Rachen gleiten und erwiderte mit ihrem melodischen Klang in ihrer Stimme. „Ok, dann duzen wir uns eben.“

Entspannt lehnte ich mich zurück und harrte der Dinge, die nun für meine Ohren bestimmt waren. „Weißt du“, fing sie an, „wenn du, der wahrscheinlich aus recht einfachen Verhältnissen stammt, etwas erreichen will, sei es in der Politik, im Showbusiness oder in anderen Bereichen, dann wirst du zumeist nur im Durchschnittslevel agieren können, wenn du nicht die Leute triffst, die etwas zu sagen haben.

Bis zu einem gewissen Grad kannst du es schaffen, mit etwas Glück und Eigeninitiative. Aber das Aushängeschild der Massen wirst du nur, wenn du das Glück hast, dass die Elite dich ausgesucht hat. Spielst du dann mit, hast du für den Rest deines Lebens ausgesorgt.“

„Ist denn nicht jeder seines Glückes Schmied?“, brachte ich ein.

„Sicher, in gewissem Maße ja, wenn die Ausgangsposition für jeden gleich wäre. Dennoch bestimmen andere Mächte unser Weltgeschehen. Es sind physische Kräfte, ich meine nicht die geistigen oder mentalen Einflüsse, denen wir auch unterworfen sind.“

Jessica hielt kurz inne, bestellte sich noch ein Glas Wasser und fragte mich, ob ich auch noch etwas haben wolle. Ich hatte große Lust mir ein Bier zu genehmigen. Das Für und Wider wegen der Kalorien setzte ich diesmal aus und bestellte selber beim Kellner mein kaltes Pils.

„Ok, du kannst weitererzählen, scheint ein spannender Gesprächsabend zu werden“, sagte ich und sah, wie sie ihr knallrotes Kleid, das etwas an den Knien nach oben gerutscht war, wieder zurechtlegte. Die rasche Vertrautheit, die sich zwischen uns entwickelte, schien ihr Freude zu bereiten. Sie lächelte mich an und fuhr fort.

„Ein weiteres Kapitel sind die Medien, die alle in den Händen dieser Organisation sind. Jede wichtige Meldung, die in den Nachrichtenorganisationen reingeht, wird gefiltert und für die Presse oder den Fernsehsendern freigegeben. Hast du dich nicht schon mal gewundert, warum in jedem Programm die Nachrichten gleich sind?“ „Ne, eigentlich ist mir dies nicht so richtig aufgefallen, vielleicht, weil ich mir noch nie darüber Gedanken gemacht habe, aber wenn du es schon sagst. Komisch ist es schon.“

Der Kellner kam und servierte uns die Getränke. Wir benetzten unsere trockenen Kehlen, und während ich mir eine Zigarette zwischen die Lippen steckte, sprach Jessica bereits weiter.

„Es ist alles ein Spiel, eine Show, um die Massen zu unterhalten und Angst oder andere Meinungen zu verbreiten, auch in den Nachrichten, und die bekannten Leute, die etwas zu sagen haben, die wirklichen Promis, die nicht nur für ein paar Jahre im Rampenlicht stehen, das sind die Marionetten, die im Dienste einer mächtigen Institution stehen. Du kannst manche von ihnen sofort erkennen. Es sind die Superreichen, die Sternchen, denen alles zu gelingen scheint. Sie bestimmen unser Alltagsgeschehen, und wenn einer dieser Lieblinge mal strauchelt, dann ist dies auch bereits vorgeplant, um uns die Normalität vorzugaukeln.

Nach meiner Meinung gehörten auch jene zu der Lobby, die in spektakulärer Weise mit ihren Büchern in den Medien vorgeführt werden. Die Supererfolgreichen, die sogar im Fernsehprogramm ihre Werbung bekommen. Auch wenn es Bücher über oder gegen die Illuminati sind. Verworrene Geschichten, die sowieso niemand versteht und die schnell dementiert werden können. Da hab ich schon ein besseres Gefühl bei jenen Publikationen, die nur durchschnittlich verkauft werden. Es kommt nämlich nur auf die Werbung an, und wer hatte schon so viel Geld und Macht, um die Reklame für sich und sein Buch in solch einer Weise zu bewerkstelligen?

Diese Bücher sollen die Massen beeinflussen, zu einer neuen Denk und Lebensweise. Es sind niemals die besten und wahrheitsintensiven Schriften, sondern nur das Material, welches das Volk lesen soll. Diese Lieblinge gibt es in jeder Disziplin, ob im Sport, in der Politik, in den Wirtschaftsunternehmen, auf dem Buchmarkt, in der Presse, in der Musikbranche, einfach überall.

Dies sind die Befehlsempfänger der Kategorie drei. In dieser Kategorie befinden sich auch viele Staatsoberhäupter. Rangfolge zwei der Elite sind die Gewaltigen, die manchmal bekannt sind, jedoch nie oft in der Öffentlichkeit auftauchen. Geld hat diese Einrichtung genug, denn sie sind das Geld, sie machen es, und wenn sie es wollen, dann ist dieses Machtinstrument binnen eines Tages nichts mehr wert. Ihr Reichtum und ihre Macht ist so immens, dass, wenn sie es wollten, jeden Konzern aufkaufen könnten oder jede Person, egal welchen Rang sie hat, vernichten kann. Sei es materiell, gesellschaftlich oder auch physisch.

Aber trotzdem sind es auch nur Befehlsempfänger. Die scheinbar wirkliche Herrschaft jedoch üben die dreizehn Wächter aus. Diese halten sich dezent im Hintergrund, und niemand weiß, wer sie sind. Auch sie bekommen ihre Instruktionen. Von einer Einrichtung, deren Platz gut getarnt irgendwo im Himalaja liegt.“

„Woher willst du denn das alles wissen?“ fragte ich, „das hört sich alles so utopisch an. Nicht, dass ich es nicht glauben wollte. Noch nie habe ich ansatzweise so etwas gehört.“ Ich wollte nicht unhöflich sein, jeder konnte ja seine eigenen Thesen haben, wie es mit unserer Welt steht, aber trotzdem konnte ich es nicht mit meiner momentanen Denkweise vereinbaren. War sie nur eine einfach abgedrehte Geschichtenerzählerin oder steckte ein Körnchen Wahrheit hinter der Schilderung?

Mittlerweile schickten sich die Bediensteten an, das Café für den Feierabend vorzubereiten. Ich spielte den Gentleman und bezahlte für uns beide die Rechnung. „Vielen Dank, der Herr“, scherzte Jessica. Ich spielte mit und antwortete: „Gern geschehen, die Dame.“ Beide mussten wir lachen.

Jessica schlug vor, dass wir noch ein wenig am Strand entlanglaufen, denn das, worauf es ihr ankam, war noch nicht erzählt. Ich stimmte zu, da ich unbedingt den Rest der Geschichte hören wollte. Aber bevor dies geschah, musste Jessica noch zur Toilette. Anstatt zu warten, wollte ich mir auch schnell meine volle Blase entleeren. Ich dachte mir, dass ich eh schneller fertig sein würde. Ich sah, wie Jessica hinter der Toilettentür verschwand und spurtete meinerseits zum anderen Ende, um das Männerörtchen aufzusuchen.

Nach drei Minuten war ich bereits wieder am Eingang, als Jessica die Tür zum Café öffnete und Richtung Ausgang stolzierte. „Na, war ich zu lange weg?“ „Nein“, sagte ich, „ ich tat es dir gleich, und jetzt fühle ich mich wohler.“ Wir verabschiedeten uns vom Personal des Cafés, das bereits darauf wartete, die Tür abzuschließen. Wir waren nämlich die letzten Gäste.

Gemächlich gingen wir die Strandpromenade herunter, und Jessica ergriff wieder das Wort. „Du hast mich ja gefragt, woher ich das alles zu wissen scheine. Seit Jahren forsche ich auf diesem Gebiet. Ich bin Journalistin und vor einiger Zeit recherchierte ich wegen einer großen politischen Sache in den höchsten Kreisen. Dort vertraute mir ein hoher politischer Beamter seine Geschichte an. Es war zu phantastisch, was er mir damals erzählte. Er hatte Angst um sein Leben, deshalb war ich die Einzige, der er vertraute. Ich war mir nicht schlüssig, ob ich ihm glauben sollte. Als aber einige Tage später seine Leiche aus dem Fluss gezogen wurde, begann ich mit eigenen Nachforschungen, die das Erfahrene nur verstärkten.“

Wir erreichten das Ende der Allee und somit den Marktplatz, wo am Tag ein reges Treiben zu beobachten war, der jedoch jetzt in der Nacht menschenleer war. In der Mitte war ein Brunnen mit Ausbuchtungen, die wie Sitzplätze dazu einluden, auf ihnen Platz zu nehmen. Wir setzten uns, und sie begann, mir eine Menge über diese Organisation zu erzählen. Wie das Instrument der Einordnung der Behörden, Medien bis hin zu den höchsten Stellen funktionierte. In jeder wichtigen Einrichtung saßen Kontaktpersonen in den obersten Ämtern, und das weltweit.

Dieses Gebaren funktionierte deswegen so gut, weil dieses Instrument der Macht, diese Gesellschaftsform oder besser gesagt diese politische Gesellschaftsstruktur extra für diese Sache erfunden worden war. Der äußere Schein der Freiheit und der Mitbestimmung machte die Menschen zu gehorsamen Bürgern in einem Rechtsstaat. Aber das grundlegende Sagen hatten sie nicht. Sie durften Kritik üben, sogar demonstrieren, und da die Medien fest in der Hand der Elite waren, konnte sie das Instrument für ihre Zwecke einsetzen.

Niemals würde etwas nach draußen sickern, was sie nicht wollten. Alles unter Kontrolle, wie bei einer Familie mit Kleinkindern. Unterhaltung, Kontrolle, Verbote, Spiele, und wenn sie mal nicht einer Meinung mit den Eltern waren, dann ließ man sie entweder toben oder man brachte sie mit Gewalt zur Raison. Abends wurden sie weich gebettet und am nächsten Morgen war die Welt wieder in Ordnung.

Jessica stand auf, ging zum Wasser und wusch sich das Gesicht. Dann ließ sie es sich von der warmen Luft trocknen und schaute in die Weite des unendlichen Horizonts. Ohne mich anzuschauen, sprach sie weiter. „Verstehst du nun das Geniale an dieser Machtstruktur? Das Volk hat niemals die Chance, einen aus ihrer Mitte zu wählen, dazu kommt noch die Verblödung der Massen durch die Medien. Die meisten sind sich doch gar nicht im Klaren, was hier überhaupt passiert.“

Ich stand auch auf, steckte mir eine Zigarette zwischen die Lippen und zog, nachdem ich sie mir angezündet hatte, den Qualm tief in meine Lunge. „Ja, diese Sachen gingen mir auch schon mal durch den Kopf“, sagte ich. Wir setzten uns wieder und Jessica setzte zum Finale ihrer Schilderung an.

„Warum haben denn die Monarchien keine Macht mehr? Dieser Unsicherheitsfaktor der vererbbaren Thronfolge konnte seinerzeit nicht mehr geduldet werden, und so entschloss man sich, diese Alleinherrschaften fast zeitgleich ihrer Macht zu entheben.

Jedes Land, das sich damals fügte, durfte seine Monarchie behalten, mit der Auflage, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Die sich nicht daran hielten, die wurden mittels Gewalt oder durch Kriege dazu gezwungen. Nach den beiden Weltkriegen war nichts mehr so, wie es damals war. Die einst so mächtigen Monarchien, die das Weltbild einst beherrschten, waren zur Repräsentation degradiert.

Viele Sachen werden arrangiert, nichts in unserem Weltgeschehen passiert zufällig. Auch der Kommunismus, der Kalte Krieg, der Mauerfall, Glasnost, um nur einige Dinge aufzuzählen, sind Machenschaften dieser Gruppe. Heutzutage wird der Terrorismus hochgeschürt, um die traditionellen Glaubenssysteme zu stürzen. Die letzten Diktaturen sollen unserem System angepasst werden. Einerseits werden Krankheiten erschaffen und erfunden, um die Länder der Dritten Welt umzuformen. Andererseits besitzen sie eine so hohe Technologie, um bereits unser Wetter zu beherrschen oder andere Katastrophen hervor zu beschwören.

Es geschieht alles im Namen der Gerechtigkeit, für eine bessere Zukunft, aber der Fanatismus, der hinter der ganzen Sache steht, der bringt uns das Übel der neuen Zeit. Unsere Freiheit wird beschnitten wo es nur geht. Verbote, die am Anfang nur unsere Gesundheit, unser Leben oder unseren Wohlstand schützen wollen, werden im Laufe der Zeit so ausgebaut werden, dass jeder jederzeit kontrolliert werden kann. Die Eine- Welt- Regierung ist das Ziel dieser Organisation mit einer Regierungssprache, einer Weltreligion und alles, was dazu gehört.

Schau dir doch mal Windows, Facebook, Google etc. an. Du glaugst doch wohl nicht, dass diese Organisationen zufällig entstanden sind und dann auch noch von Privatpersonen erfunden. Das ich nicht lache. Ein ideales Mittelchen um jeden zu kontrollieren, zumal auch fast jeder seine Smartphones mit diesen Apps bestückt.

Und um ihren Interessen gerecht zu werden, schrecken diese Leute auch nicht davor zurück, Angst in allen Variationen zu verbreiten, Menschen zu opfern, auch wenn es in die Hunderttausende gehen sollte.

Wenn du in diese Richtung forschst, dann wirst du Sachen entdecken, die noch brisanter sind, als ich dir bereits erzählt habe. Diese Dinge möchte ich dir noch nicht darstellen, die musst du schon selber herausfinden. Denn wenn ich es täte, dann würdest du nicht weiterforschen und mich für verrückt halten.“

„Woher willst du denn wissen, dass ich weiterforschen werde, vielleicht werde ich ja alles vergessen, und all das Gehörte wird im Sand versinken?“ Ich stand auf und fühlte, dass die Nacht für unser Gespräch zu Ende sein sollte.

„Es ist die Macht, die es mich ermöglichte, dich hier zu treffen.“ Jessica stand auch auf. So als ob wir in telepathischem Kontakt standen, wussten wir, dass die letzten Minuten angebrochen waren. Wir gingen zurück zu dem Café, wo wir uns getroffen hatten.
Na ja, mal was anderes, als immer diese alltäglichen Gespräche. Noch nie hatte ich derartiges gehört, dennoch war diese Unterhaltung recht interessant gewesen. Mal ne andere These, die das Elend in der Welt oder die Unfähigkeit der Politiker beweisen sollte. Einfach eine These unter tausenden.

Wir scherzten noch ein wenig, bis wir uns wie die besten Freunde verabschiedeten. Sie erzählte mir noch, dass sie am morgigen Tag abreisen werde. Wir tauschten unsere Telefonnummern und Adressen aus und ich sagte zum Schluss: „Na, vielleicht treffen wir uns mal zufällig wieder.“ „Na, wer weiß“, sagte sie und ging mit schwungvollen Hüften ihres Weges.

Ihr runder Hintern wiegte sich im Takt der sich bewegenden Blätter im Mondesschein. Ich schaute ihr so lange hinterher, bis sie nicht mehr zu sehen war. Dann stand auch ich auf, schaute auf meine Uhr und wunderte mich, wie schnell doch die Zeit vergangen war. Um sechs Uhr in der Früh lohnte es sich doch gar nicht mehr, ins Bett zu gehen, dachte ich, besann mich aber eines besseren. Tief atmete ich die frische Morgenluft ein und ging langsam zum Hotel hinüber.

Was wäre aber, wenn diese Geschichte wahr sein sollte, konnte ich dann noch irgendetwas glauben, das in den Medien verbreitet wurde? Ach ich mochte nicht darüber nachdenken, mein Bett war im Moment viel wichtiger. Ich ging in mein Zimmer, zog mich aus, kam jedoch nicht umhin, mir noch etwas aus dem Kühlschrank zu holen. Eine Bockwurst musste dran glauben.

Mit vollem Mund legte ich mich ins Bett, dachte noch etwas über die Unterhaltung nach und fiel dann in ein tiefes Loch mit seltsam verworrenen Träumen, die das heutige Erlebte viel extremer darstellten. Ich merkte noch nicht einmal, wie meine Frau ins Hotelzimmer kam und auch nicht den Lärm, den sie verursachte, als sie sich völlig betrunken neben mich hinschmiss und mit den Füßen die Nachttischlampe demolierte.

Ob es die Helligkeit der Mittagssonne oder das Summen einer lästigen Fliege war, konnte ich nicht sagen. Auf jeden Fall wurde ich durch irgendetwas in meinem Schlaf gestört. Ich schaute nach links, da lag Julia. Friedlich und sanft wie ein Baby schummerte sie in ihrem Dornröschenschlaf dahin. So gutmütig, als wenn kein Wasser sie trüben könnte. Dann blickte ich nach rechts zu der Uhr. Zeit zum Aufstehen dachte ich, denn wenn die Zeit richtig angezeigt wurde, war es gleich drei Uhr nachmittags.

Ich wollte gerade meine Füße auf den Steinfußboden setzen, als ich aus den Augenwinkeln heraus die Glassplitter der defekten Nachttischlampe entdeckte. Intuitiv zog ich meine Füße hoch und suchte mir eine saubere Stelle, die mir nicht in schlechter Erinnerung in Form von Schmerzen im Bewusstsein haften blieb.

Die erzwungene Putzaktion und das nachfolgende Duschprozedere meisterte ich mit Bravour. In einer Phase von nur einem Augenblick stand ich auf der Straße und konnte die sanfte Brise, die vom Meer hier hinüberwehte, auf meiner Haut spüren. Ich ging die Straße entlang, sah das Café der vergangenen Nacht, an dem ich die ungewöhnlichste Frau kennen lernen durfte, die mir eine Geschichte erzählte, welche so bizarr war wie eine Fiktion aus einem schlechten Intrigen- Schocker.

Heute hatten wir den 11. September und wir hatten noch zwei Tage, bevor wir unseren Rückflug antreten mussten. Also nahm ich mir vor, noch so viel wie möglich von diesem Ort mitzunehmen. Aber vorher musste ich meinen Magen füllen. Eine richtige Speisung musste her, eine, die mich etwas satt machen sollte und dem Genuss meiner nicht alltäglichen Umgebung entsprechen musste.
Ich ging in das nächst beste Restaurant und hoffte, dort den Hochgenuss zu finden, der meine Geschmacksnerven zur Höchstleistung anregen sollte. Das Gericht, das ich mir bestellte, war zwar nicht üppig, jedoch war es eine Spezialität des Hauses. Ich wollte mich ja auch nicht voll essen, sondern genießen.

Nach dem Mahl, das außerordentlich gut war, ging ich zum Fahrradverleih, um mir ein Gefährt zur Erkundung der Insel zu borgen. Besonders günstig schien es mir nicht, doch ich lieh es mir aus und radelte einfach drauflos. Vorbei an menschenüberfüllten Stränden und geschäftigen Straßen. Dann fuhr ich ins Innere des Landes, sah die Armut in den Gesichtern der Einheimischen, die in den Dörfern ihr Dasein fristeten. Hier die Armut und dort der Luxus.

Nach einer Stunde fuhr ich wieder zurück. Mein Gefährt wechselte den Besitzer und ich kam dann auch recht pünktlich wieder zum Hotel, wo mich bereits meine Frau vor dem Eingang erwartete. „Hey, da bist du ja. Wo strolchst du denn herum?“ Julia kam mir entgegen und ich sagte nur: „du kennst mich ja, manchmal brauche ich einfach meine Ruhe. Hast du auch Hunger, wollen wir in den Speisesaal gehen?“ Sie hakte sich bei mir ein und sagte: „Und was ich für einen Hunger habe, ich könnte dich auffressen.“ Ich lachte, und wir gingen ins Hotel.

Um achtzehn Uhr gab es Abendessen. Da wir das Frühstück verpasst hatten und ich zum Nachmittag nur einen Snack vertilgt hatte, war dieser Augenblick das Highlight des gesamten Tages. Pünktlich vor Öffnung des Speisesaals erreichten wir die Tür, die auch just geöffnet wurde. Wir wunderten uns über den schwachen Besuch des Essraumes. Hatten wir etwas verpasst? Na gut, uns sollte es recht sein. Kein Anstellen, freie Wahl.

Die Salatbar war die erste Anlaufstelle meiner Frau. Ich bevorzugte die Delikatessen der Fischtheke sowie die deftigen Saucen, die mit den Reisgerichten serviert wurden. Wir setzten uns ans Fenster, wo der Ausblick zum Meer den Augen ein Gefühl von Urlaub vermitteln sollte.

Nach und nach kamen auch die anderen Gäste, jedoch hatte ich den Eindruck, dass die sonstige Normalität, so wie ich es von den Mitbewohnern gewohnt war, den Bach heruntergespült worden war. Etwas muss sich ereignet haben, was die Traurigkeit und Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Leute auslöste. Irgendetwas war geschehen oder bildete ich es mir nur ein?

Nach dem Essen wollte ich mir noch eine rauchen, und da man es heutzutage nicht mehr überall tun durfte, entschlossen wir uns, kurz nach draußen zu gehen, um mein Bedürfnis zu befriedigen. Wir gingen aus dem Speisesaal, vorbei an der Rezeption, und als wir kurz vor dem Ausgang waren, mochte ich einen Blick in den Fernsehraum nehmen. Überrascht stellte ich fest, dass der sonst so leere Raum rappelvoll war.

Ich stoppte meine Frau, indem ich sanft, aber bestimmt an ihrem Arm zog und deutete den Richtungswechsel an. Ich sagte, „Ich möchte doch mal sehen, was es so Interessantes im Fernsehen gibt!“ Sie schien es noch nicht mitbekommen zu haben, dass hier etwas nicht stimmte und sagte: „Meinst du, vielleicht findet ja ein Länderspiel statt.“ Ich entgegnete nichts weiter und ging in den Raum, ohne mich darum zu kümmern, ob sie mir folgte oder nicht.

Ich schob mich durch die Menschen, um zu sehen, was für interessante Meldungen die sonst so medienscheuen Urlauber faszinierte. Ich ging weiter, zwängte mich bis hin zur Bar und setzte mich an den Tresen. Meine Frau stand neben mir. Sie legte ihre Hand auf meine Schulter und sagte: „ Schau mal, Steven, da!“ Ich schaute in die besagte Richtung, konnte aber nicht sofort erkennen, was sich dort abspielte.

Dann sah ich die Mattscheibe, und was ich dort zu sehen bekam, war ebenso schockierend wie fesselnd für mich. Ich konnte es nicht glauben, beziehungsweise wir alle hier, die wir an diesem Abend vor dem Fernseher an der Hotelbar saßen. Der Schock dieser Sensation entfaltete in uns eine Sprachlosigkeit, die den Schwall der Gespräche zum Versiegen brachte.

Wie immer bei solchen Katastrophen überkam mich das Gefühl und ich musste mich anstrengen, um nicht lauthals in meinen Emotionen zu ersticken. Gespannt schauten wir auf die Fläche, die uns die neuesten Nachrichten präsentierte. Wir sahen das Flugzeug, es flog geradewegs in das World Trade Center hinein. Feuer schoss aus dem Gebäude. Dann sah man einen anderen Filmausschnitt, der einige Minuten später aufgenommen worden war, da der Nordturm schon ein wenig in sich zusammenfiel, als ein anderes Flugzeug in den anderen Turm hineinschoss.

Der Nachrichtensprecher schien genauso geschockt zu sein wie wir. Er tat sein bestes, um seine Fassungslosigkeit zu überspielen. „Um 8:46 Uhr Ortszeit flog ein vollbesetztes Flugzeug vom Typ Boeing 767 ungebremst in den Nordturm, 17 Minuten später folgte ihm ein weiteres, das um 9:03 Uhr Ortszeit in den Südturm des World Trade Centers hinein schoss.“ Mit Betroffenheit legte er seine Notizen zur Seite und ging dazu über, per Konferenzschaltung mit einem Reporter vor Ort zu sprechen. Das Entsetzen schrie aus seinem Gesicht und die Bilder, die gezeigt wurden, berichteten von dem Grauen, das die beteiligten Menschen erdulden mussten.

Nach einer Stunde des verkrampften Hinschauens bemerkte ich, wie sich die Angst in unseren Köpfen breitmachte. Dieses Sensationsdilemma wollte mir nicht gefallen, da sich in meinem Herzen ein sonderbares Gefühl manifestierte. Diese Emotion mochte ich nicht und ich musste mich davon freimachen. Ich ging zu Julia und sagte ihr, dass ich genug gesehen habe, ich wollte noch etwas spazieren gehen.

Sie ließ mich allein gehen, da die Faszination an dem Gesehenen ihre Aufmerksamkeit nur in diese eine Richtung gehen wollte. Tja, sagte ich zu mir, was anderes hätte ich von ihr auch nicht erwartet. Ich ging hinaus, schlenderte langsam zum Strand, wobei ich das Gesehene langsam verarbeiten musste.

Als ich dann irgendwann zum Hotel zurückkehrte, musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass sich Julia schon im Bett befand und fest schlief. Ich zog mich aus und legte mich auch ins Schlafgemach. Diesen Urlaub auf Teneriffa würde ich wohl nicht so schnell vergessen, dachte ich. Das EinschlafProzedere gestaltete sich nicht sehr schwierig und ich befand mich plötzlich in einer Welt, die von tatsächlichen Ereignissen erzählte, jedoch mit seltsam anmutenden Begebenheiten vermischt war.

In diesem Traumvermischte sich die Realität mit schemenhaften unwirklichen Traumgebilden. Immer wieder hörte ich Jessica rufen: „Es ist die Macht, die uns zusammenführte!“

Dieses nächtliche Erlebnis war recht intensiv und irgendwann wachte ich auf.

Was hatte Jessica damit gemeint?

„Es ist die Macht, die uns zusammenführte.“ Welche Macht?

 

 

 

 


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Buchinformation:

Manifestation aus dem Nichts

 

Manifestation aus dem Nichts

 

 

Vier Jahreszeitenhaus
Einband : Gebunden
Seiten/Umfang : 228 S.
Erschienen : 03.01.2007

2. Auflage:
20. November 2010
240 Seiten
ISBN: 9783938986165
Preisinfo : 14, 50 Eur[D]